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Pressemitteilungen

Casinos Austria Tourismus Talk in Bregenz

Und wer betreut die Gäste?

01.03.2018 - Casinos Austria

Casinos Austria Tourismus Talk in Bregenz widmet sich dem drängenden Problem des Arbeitskräftemangels im Tourismus.

Österreichs Tourismus boomt. Doch die Freude der heimischen Betriebe über den großen Zustrom ist nicht ungetrübt, denn der Erfolg macht ein seit Jahren bestehendes Strukturproblem akut: Es fehlt an gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern , vor allem in der Hotellerie und in der Gastronomie.

Der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs stellt eine ernsthafte Wachstumsbremse für Österreichs Tourismus dar, befand denn auch eine hochkarätige Podiumsrunde beim 9. Casinos Austria Tourismus Talk am Mittwoch, 28. Februar 2018 im Casino Bregenz, zu der Casinos Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher und der Direktor des Casinos Bregenz, Bernhard Moosbrugger, geladen hatten.

Unter der Leitung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift Tourist Austria International, Mag. Christopher Norden, diskutierten:

  • Vorarlbergs Landesstatthalter Mag. Karlheinz Rüdisser,
  • die Landesvorsitzende Vorarlberg der Österreichischen Hoteliervereinigung ÖHV Heike Ladurner-Strolz,
  • der Spartenobmann der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Vorarlberg Elmar Herburger,
  • sowie als Gastgeber Casinos Austria Vorstandsdirektor Prof. Mag. Dietmar Hoscher.

„Wir hatten seit 30 Jahren nicht mehr eine derart dynamische Wirtschaftsentwicklung wie derzeit, es wäre unglaublich schade, wenn wir diese Möglichkeiten nicht nutzen können, weil uns die Arbeitskräfte fehlen“, appellierte Landesstatthalter Rüdisser, der sich seit langem dafür einsetzt, dass die Bundesländer flexibel darüber entscheiden können, ob freie Stellen durch Bewerber aus dem Ausland besetzt werden dürfen. Derzeit ist es Sache der Bundesregierung, sogenannte Mängelberufe festzulegen. Rüdisser: „Leider haben die Vorarlberger Tourismusbetriebe nichts davon, wenn wir erfahren, dass es in Wien ein paar hundert arbeitslose Köche gibt. Solange wir die nicht dazu bewegen können, in den Westen zu übersiedeln, bleibt das Problem bestehen, dass wir dort, wo wir sie brauchen, keine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finden.“Der Tourismus braucht unbedingt qualifizierte Beschäftigte, ergänzte ÖHV-Landeschefin Ladurner-Strolz, die selbst einen Betrieb leitet, nämlich das Hotel Zimba in Schruns: „Die Qualität der Betreuung, ob sich die Gäste wohlfühlen und eine liebenswerte Atmosphäre vorfinden, das hängt vor allem von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab, von ihrem Können und ihrem Auftreten.“Die starke Saisonschwankung ist ein Teil des Problems, analysierte Wirtschaftskammer-Spartenobmann Herburger. Sein eigenes Hotel, der Gasthof Mohren in Rankweil, kann als Stadthotel den größten Teil der Belegschaft das ganze Jahr über beschäftigen und hat daher ein sehr stabiles Team. „Ein Saisonbetrieb muss jedes Jahr wieder rund 60% seiner Belegschaft neu finden. Vorarlberg als Land des Skitourismus braucht in Summe im Winter um 3000 Tourismusbeschäftige mehr als im Sommer.“

Ein Job der von vornherein auf fünf oder sechs Monate pro Jahr beschränkt ist, leidet unter mangelnder Attraktivität. Vielfach hat der Tourismus – großteils unverdient – ein schlechtes Image als Arbeitgeber, meinte Casinos Vorstand Hoscher: „Ich weiß, dass der Ruf heute großteils zu Unrecht besteht, aber er hat sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Jugendliche, die eine Berufslaufbahn im Tourismus einschlagen wollen, bekommen meist von Eltern und Verwandten zu hören, dass sie sich das aus dem Kopf schlagen sollen. Dabei bietet die Tourismus- und Freizeitwirtschaft vielfältige Betätigungsfelder und auch Karrierechancen.”Langfristig muss die Branche ihr Image als Arbeitgeber verbessern, um qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden und an sich zu binden – darüber war sich die Podiumsrunde einig. Vorarlberg hat aus diesem Grund unter anderem eine neue Ausbildung für Tourismusberufe geschaffen, die “Gascht”. Wirtschaftskämmerer Herburger beschreibt sie als „duale Ausbildung, die aber deutlich über die klassische Lehre hinausgeht. Mehr Theorie und Allgemeinbildung als in der normalen Lehre, aber mehr Praxis als in der herkömmlichen Hotelfachschule.“ Der erste Jahrgang startete im September 2017 mit 90 Teilnehmenden und war von Anfang an überbucht, sodass nicht alle Interessierten aufgenommen werden konnten. Das Casino Bregenz ist ebenfalls Partnerbetrieb der “Gascht”.

Eine weitere Maßnahme, um „den Mythos von den schlechten Arbeitsbedingungen im Tourismus“ (Heike Ladurner-Strolz) zu korrigieren, stellt ein Projekt dar, bei dem Betriebe das Zertifikat „Great Place to Work“ erhalten können. Dieses international vor allem in der Industrie verbreitete und anerkannte Gütesiegel soll für die Bedingungen von Klein- und Mittelbetrieben im Tourismus adaptiert werden. In einigen Jahren, so Herburger, „sollen mindestens 150 Betriebe als ,Great Place to Work‘ zertifiziert sein und so dokumentieren, dass Hotels, Gasthäuser, Skischulen und ähnliche Unternehmen attraktive Arbeitgeber sein können.“Eine neue Generation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu überzeugten Touristikern zu machen – diese langfristige Maßnahme hält auch Hoscher für unerlässlich, wenn Österreich auch in Zukunft ein erfolgreiches Tourismusland bleiben will. Dafür werde es auch neue Wege in der Berufsbildung brauchen: „Die Branche  befindet sich in einem rasanten Wandel, von den Unternehmen wird erwartet, dass sie sich ständig neu erfinden – also muss sich wohl auch die Ausbildung entsprechend neu aufstellen.“

Foto: (v.l.n.r.:) Casinos Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher, Karlheinz Rüdisser (Landesstatthalter Land Vorarlberg), Heike Ladurner-Strolz (Österreichische Hoteliervereinigung Vorarlberg), Elmar Herburger (WKV Spartenobmann Tourismus & Freizeitwirtschaft), Direktor Bernhard Moosbrugger (Casino Bregenz), Christopher Norden (Tourist Austria International)

© Udo Mittelberger für Casinos Austria, Abdruck honorarfrei

 

Casinos Austria Tourismus Talk in Bregenz

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Leiter Public Affairs, CSR, Sponsoring