Die Bewohner Salzburgs tragen seit jeher den Beinamen „Stierwascher“. Diese Bezeichnung geht auf eine alte Sage zurück:
Vor vielen Jahrhunderten wurde die Stadt von einem feindlichen Heer belagert. Da die Angreifer Salzburg nicht einnehmen konnten, wollten sie die Bewohner aushungern und so zur Aufgabe zwingen.
Schließlich war in der Stadt nur noch ein einziger Stier übrig – ein kräftiges, braun geflecktes Tier. In ihrer Not ersannen der Stadtkommandant und die Salzburger eine List:
Am frühen Morgen trieben sie den Stier auf die Festungsmauer und präsentierten ihn den Belagerern, um Stärke vorzutäuschen.
In der folgenden Nacht strichen sie das Tier weiß an und zeigten es am nächsten Morgen erneut. Am dritten Tag führten sie denselben Stier – nun schwarz gefärbt – wieder über die Mauer.
Die Belagerer glaubten daraufhin, Salzburg verfüge über große Vieh- und Lebensmittelreserven, und ihre Bemühungen seien vergeblich. In einer dunklen Nacht zogen sie heimlich ab.
In der Stadt brach daraufhin großer Jubel aus. Die Bürger führten den Stier zur Salzach und wuschen ihn so lange, bis seine ursprüngliche braun gefleckte Farbe wieder zum Vorschein kam.
Seit dieser Zeit nennt man die Salzburger „Stierwascher“.